Rudersberg: Sind Erdwärmebohrungen Ursache für Bodenhebungen?

Im baden-württembergischen Dorf Zumhof (Gemeinde Rudersberg, Rems-Murr-Kreis) werden 20 Geothermiebohrungen aus den Jahren 2007 und 2008 verdächtigt, ursächlich für Bodenhebungen zu sein. Bis zu 39 Zentimeter soll sich die Fläche eines Neubaugebietes in den letzten Jahren angehoben haben. An einigen Gebäuden sollen Risse aufgetreten sein. Die Anwohner befürchten weitere Schäden und den möglichen Wertverlust ihrer Immobilien.

Wie im 240 Kilometer entfernten Staufen soll in Zumhof eine Gipskeuperschicht durchbohrt worden sein – in Staufen war eine solche Schicht durch Geothermiebohrungen mit Grundwasser in Kontakt gekommen und aufgequollen. 250 Gebäude – vor allem in der historischen Altstadt Staufens wurden zum Teil schwer beschädigt. Der Bürgermeister von Rudersberg, Martin Kaufmann (SPD), kündigte an, dass ein Vermessungsnetz mit bis zu 100 Messpunkten aufgebaut werden soll, um die Hebungen genauer zu untersuchen und die Ursache dafür besser klären zu können. Laut “Südwest-Presse” forderte Kaufmann das Landratsamt in Waiblingen zudem auf, alle genehmigten Erdwärmeprojekte in der Gipskeuperzone zu stoppen.

Sollte sich der Zusammenhang zwischen den Erdwärmebohrungen und den Gebäudeschäden in Zumhof erhärten, könnte die Akzeptanz der Geothermie in Baden-Württemberg weiter beschädigt werden. Neben Staufen gab es 2011 auch in Schorndorf und Leonberg Pannen bei Geothermiebohrungen, bei denen Gebäude beschädigt wurden. Im Oktober hatte deshalb das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft von Baden-Württemberg Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden eingeführt.