Experten halten es für sehr Wahrscheinlich, dass das Geothermiekraftwerk in Landau die Ursache für die Erdbeben im Spätsommer 2009 war. Heute (8.12.2010) hat die Landesregierung von Rheinland-Pfalz den lange erwarteten Abschlussbericht der einberufenen Expertenkommission mit dem Titel „Seismisches Risiko bei hydrothermaler Geothermie“ veröffentlicht. Die Folgen der Beben schätzen die Fachleute um den Vorsitzenden der Kommission, Dr. Christian Bönnemannals von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover, als relativ gering ein: “leichte nichtstrukturelle Schäden an empfindlichen Gebäuden” könnten auftreten, mehr sei nicht zu erwarten.
Bis Anfang Oktober 2010 sind 63 Schadensanmeldungen bei GeoX, dem Betreiber des Kraftwerks, eingegangen. Nach Baugutachten von vereidigten Sachverständigen sind 51 der gemeldeten Schadensfälle (also 81 Prozent) gesichert keine Erschütterungs-, sondern vor allem herkömmliche Bauschäden.
Selbst in den verbleibenden 12 Fällen konnten die Gutachter die ausnahmslos „haarfeinen Schönheitsrisse ohne baustatische Relevanz“ nicht eindeutig den wahrscheinlich vom Geothermiekraftwerk Landau ausgelösten Beben zuordnen. Mögliche andere Ursachen könnten u. a. auch Straßenbauarbeiten, Bahnverkehr, Schwerlastverkehr, sonstige Baumaßnahmen oder Windlasten sein.
Ursache für die Geothermie-Erdbeben in Landau war nach Meinung der Expertenkommission sehr wahrscheinlich die Injektion von Wasser in tiefe Gesteinsschichten, wodurch sich der sog. Porenwasserdruck erhöht habe. Als Folge der Erdbeben läuft das Geothermiekraftwerk Landau derzeit nur unter Auflagen. So darf der Druck bei der Reinjektion des abgekühlten Thermalwassers nur noch 45 statt 54 bar betragen. Zusätzlich musste der Betreiber GeoX eine Haftpflichtversicherung über 50 Millionen Euro nachweisen und ein seismisches Messnetz einrichten. Weiteren Empfehlungen der Expertenkommission will die Genehmigungsbehörde “zum gegebenen Zeitpunkt” folgen. Dazu zählt u. a. ein verbindliches Reaktionsschema auf mikroseismische Ereignisse.
Eine erste Bewertung des Berichts durch Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege und Wirtschaftsstaatssekretär Alexander Schweitzer liegt bereits vor, der ganze Bericht kann hier heruntergeladen werden: Endbericht der Expertenkommission zu den Erdbeben beim Geothermiekraftwerk Landau (PDF|1,3 MB).
Weitere Informationen bieten Ihnen unsere bisherigen Artikel zum Geothermiekraftwerk Landau (s. u.).










