Im dänischen Sonderburg entsteht die weltweit wohl einmalige Kombination aus Geothermiekraftwerk und Hackschnitzelverbrennungs-Anlage zur umweltfreundlichen Fernwärmeversorgung der Bürger. Das Konzept wurde aus der Not heraus geboren: eine Tiefbohrung bis in 2.000 Meter wurde nicht fündig – die angepeilte geologische Schickt lieferte kein Wasser. Aber die Versorgungswerke der Stadt Sonderburg und der Energieversorger DONG Energy planten um.
Eine höhere Schicht, in 1.200 Metern Tiefe, führt Wasser, das sich zudem mit geringerem Aufwand an die Oberfläche pumpen lässt. Da das Wasser in dieser Tiefe jedoch “nur” 48 Grad heiß ist, mussten sich die Initiatoren etwas einfallen lassen, um die 70 bis 80 Grad Celsius zu erreichen, die für die Einspeisung ins örtliche Fernwärmenetz notwendig sind. Zusätzliche Wärmequellen bei Geothermiekraftwerken sind grundsätzlich nichts Neues. Meist wird Gas eingesetzt, um die Spitzenlast abzudecken. Die dänischen Ingenieure entschieden sich jedoch für eine Hackschnitzelverbrennungsanlage, in der vor allem Abfälle aus der Pflege von Wäldern – also ein nachwachsender und CO2-neutraler Rohstoff – verfeuert werden sollen.
Das 48 Grad warme Tiefenwasser wird durch eine drei Kilometer lange Leitung zu einem Wärmetauschersystem geleitet, wo 34 Grad entzogen werden sollen. Das dann nur noch 14 Grad warme Wasser wird zurück in den Untergrund geleitet. Die Hackschnitzel-Anlage bringt die zusätzliche thermische Energie auf, um in das Fernwärmesystem der Stadt einzuspeisen. Stadt und DONG Energy hoffen, mit dem Konzept eine umweltfreundliche und auf lange Sicht wirtschaftliche Wärmeversorgung etablieren zu können.










